LIEWO-Frage der Woche: Wie stehen Sie zur Pauschalbesteuerung in Liechtenstein?
Als Gemeindevorsteher von Mauren und Schaanwald bin ich der Überzeugung, dass unser Steuersystem auf Fairness, Transparenz und Gleichbehandlung beruhen muss. In Liechtenstein leisten Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwesen. Es ist deshalb schwer nachvollziehbar, wenn vermögende Einzelpersonen unter bestimmten Voraussetzungen eine Pauschalbesteuerung in Anspruch nehmen können, während für die breite Bevölkerung die ordentliche Besteuerung gilt.
Natürlich ist es legitim, dass Liechtenstein im internationalen Wettbewerb um vermögende Personen und Investitionen steht. Solche Ansiedlungen können wirtschaftliche Impulse setzen und Chancen eröffnen.
Dennoch sehe ich es als besonders kritisch, dass die Gemeinden keinen direkten Anteil an den Einnahmen aus der Pauschalbesteuerung erhalten. Die Gemeinden tragen wesentlich zur Lebensqualität in unserem Land bei: Sie investieren in Infrastruktur, Bildung, Betreuung und das gesellschaftliche Zusammenleben. Wenn Liechtenstein von der Ansiedlung vermögender Personen profitiert, sollten auch die Gemeinden angemessen an diesem Nutzen beteiligt werden.
Ich plädiere deshalb für eine offene Diskussion über die Zukunft der Pauschalbesteuerung. Dabei müssen sowohl die Standortinteressen Liechtensteins als auch die Grundsätze der Steuergerechtigkeit berücksichtigt werden. Für mich gilt: Wer Teil unserer Gesellschaft ist und von ihren Leistungen profitiert, soll sich nach fairen und nachvollziehbaren Regeln am Gemeinwesen beteiligen. Gleichbehandlung darf kein blosses Schlagwort sein, sondern muss sich auch in unserem Steuersystem widerspiegeln.
Mauren, 18.10.2026, Peter Frick, Gemeindevorsteher Mauren, Vaterländische Union (VU)