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MitteilungenNeuigkeitenVU in den MedienInterviews11.08.2026
«Triesenberg ist meine Heimat, hier gehöre ich hin»

«Triesenberg ist meine Heimat, hier gehöre ich hin»

Im Vorfeld der Gemeinderatswahlen 2027 startet Lie24 die Interviewserie «15 Fragen an …». Die Kandidierenden sprechen über ihre Person, ihre politischen Ziele und ihre Visionen. Christoph Beck befindet sich in seiner dritten Amtsperiode als Gemeindevorsteher von Triesenberg und hat sich für weitere vier Jahre zur Verfügung gestellt. Am 10. Februar 2026 wurde er von der VU-Ortsgruppe Triesenberg erneut als Kandidat für die Gemeindewahlen 2027 nominiert. Obwohl der Triesenberger Vorsteher für viele kein Unbekannter mehr ist, gab er im Gespräch mit Lie24 einige überraschende Einblicke.

Herr Beck, wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde? 
Christoph Beck: Einen einzigen Lieblingsplatz zu nennen fällt mir schwer, es gibt einfach zu viele schöne Orte in Triesenberg. Es kommt ganz auf die Situation an. Wenn ich die Stille und die Weite suche, zieht es mich in die Berge, etwa auf den Ochsenkopf, der einer meiner Lieblingsberge ist, oder sonst in die wunderschöne Natur, von der wir viel haben und die uns wichtig ist. Wenn ich unter Menschen sein möchte, bin ich gerne auf dem Dorfplatz, in einem Restaurant oder an einem Anlass, dort, wo das Leben der Gemeinde spürbar ist. Im Winter auch im Steg und in Malbun wunderbar.

Was würden Sie gerne können?
Manchmal wäre ich gerne geduldiger. Nicht weil ich ungeduldig bin, aber in meinem Amt ist etwas mehr davon sicher hilfreich. Auch nach Jahren als Vorsteher kann ich manchmal nicht verstehen, warum manche Prozesse oder Beschlüsse so lange dauern und warum es dazu so viele Abklärungen braucht.  

Gibt es etwas das Ihnen lange peinlich war?
Dazu fällt mir spontan nichts ein. Vielleicht ist das schon zu lange her oder gut verdrängt.  

Was machen Sie bei Kritik und Gegenwind?
Mit Kritik und Gegenwind umzugehen lernt man in elf, bald zwölf Jahren als Gemeindevorsteher. Kritik nehme ich grundsätzlich positiv auf. Sie ist wertvoll, wenn sie der Sache dient und nicht nur destruktiv ist. Hingegen ist Kritik um der Kritik willen sinnlos. 

Bei Gegenwind hilft es mir, einen Schritt zurückzutreten, die Situation neu zu analysieren und dann wieder vorwärts zumachen. Meistens findet man so einen guten Weg miteinander. Ich denke, Betroffene zu Beteiligten zu machen ist das Wichtigste, so werden Bedürfnisse und Ziele am besten in Einklang gebracht.  

Bei welcher Musik drehen Sie laut auf? 
Da bin ich vielseitig: Die Toten Hosen mit «An Tagen wie diesen» gehören dazu, ebenso Metallica. Aber auf der anderen Seite schätze ich auch klassische Musik, die mir Ruhe und Ausgleich gibt. Es kommt aber auch sehr auf den Ort und den Anlass an. Je nach dem gefällt mir dann auch Harmoniemusik, wo ich selbst Mitglied war.

Angenommen Sie gewinnen die Wahl als Gemeindevorsteher: Was ist Ihre erste Amtshandlung?
Den Tag so angehen, wie die Woche davor aufgehört hat. Wenn mir die Wählerinnen und Wähler das Vertrauen erneut schenken, gibt es keinen grossen Neustart. Es geht darum, die laufenden Projekte weiterzuführen und dort anzupacken, wo es nötig ist.

Welchen persönlichen Gegenstand haben Sie in Ihrem Büro, der Ihnen besonders wichtig ist?
Fotos, darunter eines meiner Familie. Auf ihre Unterstützung kann ich immer zählen und ich bin sehr stolz auf meine Familie. 

Gibt es etwas das Sie der Regierung in Vaduz schon lange sagen möchten?
Wir sind ein Land mit elf Gemeinden und rund 40'000 Einwohnern. Die Ansprüche und Bedürfnisse im ganzen Land sind sich ähnlich und doch driften wir je länger, je mehr in unseren Möglichkeiten auseinander. Ausserdem ist wichtig zu wissen: Die Gemeinden machen das Land aus, nicht umgekehrt. Die elf Gemeinden und ihre Bewohner sind das Fundament Liechtensteins. Wir in den Gemeinden sind mündig genug, um zu wissen, was gut für uns ist. Das sollte die Regierung stets im Blick behalten.

Denken Sie, dass Sie die jungen Menschen und ihre Bedürfnisse ebenso wie ältere Menschen verstehen? 
Ich höre allen Menschen zu, den Jungen wie den Älteren. Ich glaube, gutes Zuhören ist der Schlüssel. Nur wer wirklich zuhört, kann verstehen, was die Menschen bewegt und was sie brauchen. Mit älteren Menschen zu sprechen ist immer wieder überraschend und spannend. Man kann unglaublich viel lernen und versteht oft durch ihre Geschichten, warum etwas so wurde, wie es ist. Aber auch den jungen Menschen zuzuhören, die ganz andere Nöte, Sorgen und Wünsche haben, bedeutet, gemeinsam mit ihnen die Zukunft zu gestalten.

Was bedeutet Teamarbeit für Sie?
Gemeinsam etwas erarbeiten, zum Beispiel mit dem Gemeinderat. Im Gemeinderat sind viele unterschiedliche Personen mit verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven vertreten. Ihre Ideen helfen uns, uns weiterzuentwickeln. Ich bin froh und dankbar, dass ich in den letzten elf Jahren immer einen Gemeinderat hatte, der positiv zusammengearbeitet hat.

Es ging nie um Parteifarben, es ging und geht auch jetzt darum, das Beste für Triesenberg und für Liechtenstein zu erreichen. Dafür bin ich sehr dankbar und hoffe, dass das so bleibt. Dazu kommt das Team der Gemeindeverwaltung, das sich täglich mit grossem Einsatz für unsere Gemeinde engagiert. Gute Teamarbeit bedeutet, dass alle an einem Strick ziehen und das gleiche Ziel vor Augen haben.

Früher oder später kommt die Pension: Auf welches Hobby freuen Sie sich dann am meisten? 
Das weiss ich noch nicht genau, die Pension ist noch weit entfernt. Ich hoffe aber, dass ich dieselben Hobbys weiterführen kann wie heute: Radfahren, Skitouren im Winter und Wanderungen im Sommer. Ich halte mich sehr gerne in unserer Natur auf. Das wird sich nicht ändern. 

Wenn Sie  auswandern würden, wohin ginge die Reise? 
Nirgends. Wenn überhaupt, dann höchstens in einen anderen Weiler der Gemeinde Triesenberg. Mir gefällt es hier – das ist meine Heimat, hier bin ich und hier gehöre ich hin. 

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Als erstes würde ich mir wünschen, dass wir das bewahren und weiterentwickeln, was uns ausmacht: Die Kleinheit, die kurzen Wege und die Überschaubarkeit. Klein und überschaubar sind und bleiben wir. Aus den kurzen Wegen haben wir aber zum Teil Umwege gemacht und verlieren uns manchmal im Bürokratismus oder verstecken uns hinter Gesetzen. Unsere Vorfahren haben unsere Heimat zu dem gemacht, was sie ist – auch wir sollten sie weiterentwickeln können. Unsere demokratischen Mittel sind gut und einfach zu nutzen, es braucht dazu keine immer komplizierteren Verfahren und externe Experten, die uns sagen, was gut für uns und unsere Heimat ist.

Zweitens würde ich mir wünschen, dass wir unsere Bildung weiter ausbauen und stärken. 

Mein dritter Wunsch wäre, dass wir mehr Verständnis für einander aufbringen – in der Gemeinde, im Land, in der Gesellschaft. Gerade in der Gesellschaft ist es wichtig, dass die Generationen fair miteinander umgehen. Familien sind unsere Zukunft. Auf sie müssen wir bauen und sie unterstützen, ohne die älteren Generationen zu vernachlässigen. 

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne kennenlernen?
Besonders interessieren mich Menschen, die etwas von Grund auf aufgebaut haben, die mit Willen, Ausdauer und Überzeugung etwas erreicht haben. Solche Menschen haben oft die interessantesten Geschichten zu erzählen. Ihre Wege sind selten eine gerade Linie und genau das macht ihre Geschichten, Entscheide und Herausforderungen so spannend und lehrreich. 

Was erhoffen Sie sich für Ihre Gemeinde?
Meine Hoffnung gilt nicht nur Triesenberg, sondern dem ganzen Land: Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam an einem Strick ziehen. Wir Triesenberger, wir Liechtensteiner, sind ein kleines und tolles Volk, das nur zusammen stark ist. Und wir können stolz sein auf dieses kleine, besondere Land.

 

«Die Gemeinden machen das Land aus, nicht umgekehrt: Sie sind das Fundament Liechtensteins.»

«Wir Triesenberger, wir Liechtensteiner, sind ein kleines und tolles Volk, das nur zusammen stark ist.»

 

Anna Schade / Rita Feger

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