Parteienbühne: Schulen brauchen gute Strukturen
Ich freue mich, dass das Postulat zur Evaluation der Strukturen, Aufgaben und Abläufe des Schulamts im Landtag auf breite Unterstützung gestossen ist. Die Debatte hat gezeigt, dass das Anliegen ernst genommen wird, auch wenn unterschiedliche Auffassungen über den richtigen Weg bestehen.
Unbestritten ist, dass sich das Schulamt derzeit in einer Phase wichtiger Veränderungen befindet. Neben dem Tagesgeschäft werden Strukturen hinterfragt, Prioritäten gesetzt und Verbesserungen angestossen. Diese Arbeit verdient Anerkennung. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass eine unabhängige Analyse der Strukturen eine Grundlage für die weitere Entwicklung bilden kann. Gerade in einer Phase des Wandels kann eine unabhängige Aussensicht Stärken bestätigen, Schwachstellen aufzuzeigen und Verbesserungen zu verankern.
Damit unsere Schulen künftig erfolgreich arbeiten können, brauchen sie zeitgemässe und funktionierende Strukturen. Genau hier setzt das Postulat an. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Kritik an einzelnen Personen. Das Schulamt und das Bildungsministerium leisten wichtige Arbeit für unsere Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern. Weil Bildung für unser Land von zentraler Bedeutung ist, sollten bestehende Strukturen regelmässig überprüft werden. Die Stärkung der Schulautonomie ist seit Jahren ein bildungspolitisches Ziel. Schulen sollen dort, wo es sinnvoll ist, Verantwortung übernehmen und Handlungsspielräume nutzen können. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die heutigen Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Abläufe dieses Ziel bestmöglich unterstützen. Die Evaluation soll insbesondere die Aufgaben- und Kompetenzverteilung, Optimierungs- und Entlastungspotenziale sowie die Führungs-, Entscheidungs- und Kommunikationsstrukturen untersuchen. Zudem ist zu prüfen, ob Schulen ausreichend unterstützt werden und Handlungsspielräume wirksam genutzt werden. Bildung braucht Verlässlichkeit. Gerade in einem Bereich, der in den vergangenen Jahren wiederholt Gegenstand öffentlicher Diskussionen war, sind klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Abläufe und stabile Strukturen von besonderer Bedeutung. Sie schaffen Orientierung, Vertrauen und die notwendige Ruhe für die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems. Eine solche Evaluation ist kein Misstrauensvotum. Am Ende verfolgen wir alle dasselbe Ziel: ein leistungsfähiges Bildungssystem, starke Schulen und die bestmöglichen Voraussetzungen für unsere Kinder und Jugendlichen.
16. Juni 2026, Carmen-Heeb-Kindle, Landtagsabgeordnete der VU: