Parteibühne: Fristenlösung in Liechtenstein
Wir, die Jugendunion (VU), haben uns in den vergangenen Wochen intensiv mit der Initiative zur Fristenlösung befasst. Uns ist bewusst, dass dieses Thema viele Menschen bewegt und sehr persönliche Überzeugungen bestehen. Wir begegnen allen Positionen mit
Respekt und schätzen die sachliche Auseinandersetzung innerhalb unserer Partei und der Gesellschaft. Unsere interne Meinungsbildung
zeigt, dass eine grosse Mehrheit des Vorstandes der Jugendunion die Fristenlösung befürwortet. Aus unserer Sicht entspricht sie der gesellschaftlichen Realität in Liechtenstein und schafft einen rechtlichen Rahmen, der betroffenen Frauen eine verantwortungsvolle und selbstbestimmte Entscheidung ermöglicht.
Ein zentraler Grund für unsere Unterstützung ist die Entkriminalisierung von Abtreibungen, damit betroffene Frauen nicht strafrechtlich verfolgt werden, sowie die Enttabuisierung des Themas. Es erscheint uns nicht gerechtfertigt, Frauen in einer ohnehin schwierigen persönli-
chen Situation zusätzlich straf rechtlich zu belasten. Zudem gilt bereits heute, dass ein Schwangerschaftsabbruch im Ausland für Frauen aus Liechtenstein straffrei ist. Die Fristenlösung würde diese Realität auch im Inland rechtlich nach vollziehbar abbilden und für mehr Rechtssicherheit sorgen.
Gleichzeitig besteht auch innerhalb der Jugendunion Verständnis dafür, dass sich viele Menschen mit diesem Thema schwer tun. Ein Em
bryo wird bereits früh als werdendes Leben wahrgenommen. Ab etwa der 5. Schwangerschaftswoche beginnt das Herz zu schlagen, ab der 10. Woche sind die grundlegenden Organe angelegt. Diese biologischen Entwicklungen zeigen, weshalb das Thema mit ethischen
Fragen verbunden ist und eine respektvolle gesellschaftliche Diskussion braucht. Neben der rechtlichen Regelung ist für uns auch Prävention zentral.
Um ungewollte Schwanger schaften zu vermeiden, braucht es umfassende Information über Verhütung, verantwortungsbewusste Sexua
lität sowie niederschwellige Beratungsangebote. Prävention stärkt Menschen darin, informierte Entscheidungen zu treffen.
Die Initiative respektiert zu dem die Gewissensfreiheit des medizinischen Personals. Kein Arzt wird zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs verpflichtet. Für die Jugendunion ist klar: Die Fristenlösung schafft Rechtssicherheit, entkriminalisiert Abtrei-
bungen, stärkt Prävention und ermöglicht professionelle Beratung – unter Berücksichtigung ethischer Fragen und der Gewissensfreiheit des medizinischen Personals.
Deshalb Ja zur Fristenlösung.
Eine Stellungnahme des Vorstands der Jugendunion (VU)