Lie:zeit Frage des Monats: Wie stehen Sie zur Volksinitiative «Fristenlösung für Liechtenstein»?
Gewissensfragen verdienen Respekt und eine sorgfältige Debatte.
Die Volksinitiative zur Einführung einer Fristenlösung wirft grundlegende ethische, gesellschaftliche und rechtliche Fragen auf. Entsprechend verdient sie eine sachliche, respektvolle und vertiefte Diskussion.
Nach Abschluss der Unterschriftensammlung wird sich der Landtag mit der Initiative befassen. Angesichts der Tragweite des Themas ist eine sorgfältige demokratische und gesellschaftliche Auseinandersetzung unerlässlich.
Für mich steht im Vordergrund, die Realität von Frauen in Schwangerschaftskonflikten ernst zu nehmen und zugleich dem Schutz des ungeborenen Lebens Rechnung zu tragen. Es braucht Lösungen, die beiden Anliegen gerecht werden.
Unabhängig von der Beurteilung der Initiative sollten wir prüfen, wo innerhalb der bestehenden Regelung Verbesserungen möglich sind. Dabei geht es unter anderem um
den Zugang zu unabhängiger Beratung, um rechtliche Klarheit sowie darum, betroffene Frauen bestmöglich zu informieren und zu unterstützen.
Zu einer allfälligen Volksabstimmung hat die Vaterländische Union derzeit noch keine Position beschlossen. Die Partei wird sich nach einer sorgfältigen und ergebnisoffenen Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Argumenten und Perspektiven zu gegebener Zeit festlegen.
Gerade weil es sich um eine Gewissensfrage handelt, verdienen unterschiedliche Überzeugungen Respekt. Entscheidend ist, die Debatte sachlich zu führen, einander zuzuhören
und verantwortungsvoll nach Lösungen zu suchen, die der Komplexität und Sensibilität dieses Themas gerecht werden.
August 2026, Mario Wohlwend, Parteipräsident der VU