Lie:Zeit Frage des Monats: Energiekosten: Kann die Politik helfen?
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Preisanstiege bei Energie stellen ohne Zweifel eine spürbare Belastung für Haushalte und Unternehmen dar. Dennoch ist es wichtig, besonnen und mit Weitblick zu reagieren. Kurzfristige staatliche Eingriffe in den Energiemarkt erscheinen mir derzeit wenig zielführend. Entscheidend sind vielmehr stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, welche die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts sichern. Dazu zählen insbesondere eine insgesamt moderate Abgabenbelastung, unternehmensfreundliche Strukturen und ein flexibler Arbeitsmarkt. Diese Faktoren tragen langfristig mehr zur Entlastung bei als punktuelle Eingriffe. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Liechtenstein im Energiebereich eng mit den umliegenden Märkten verflochten ist. Ein nationaler Alleingang würde daher kaum die erwünschte Wirkung erzielen. Vielmehr gilt es, die bestehenden internationalen Verbindungen sinnvoll zu nutzen.
Schwankende Energiepreise sind Teil eines globalisierenden Marktes, mit dem Wirtschaft und Gesellschaft umgehen müssen. Unsere Unternehmen haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie anpassungsfähig sind. Wichtig bleibt jedoch, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten und bei Bedarf gezielt zu reagieren. Oberstes Ziel muss sein, Stabilität und Planungssicherheit für Bevölkerung und Wirtschaft zu gewährleisten. Gleichzeitig ist zu hoffen, dass sich die geopolitische Lage bald entspannt und sich damit die Energiemärkte wieder beruhigen.
04. April, Thomas Vogt, Landtagsabgeordneter der VU