LIEWO-Frage der Woche: Wie stehen Sie zur Windenergie in Liechtenstein?
Die Diskussion über die Windenergie in Liechtenstein ist wichtig und aktuell. Wir begrüssen daher, dass sie frühzeitig geführt wird. Bei einem Thema, das grosse Auswirkungen in verschiedene Bereiche – wie die Energieversorgung, die Landschaft und die Natur – hat, braucht es einen offenen Dialog und keine vor eiligen Entscheidungen.
Für uns ist klar: Technologie sollte nicht von Anfang an ausgeschlossen werden. Gerade weil Liechtenstein stark von Energieimporten abhängig ist, finden wir die Überprüfung vom Potenzial der Windenergie in Zukunft richtig. Aus die sem Grund hat die Regierung die Strategische Umweltprüfung (SUP) in Auftrag gegeben. Der Bericht soll zeigen, ob und wo man Windenergie in Liechtenstein sinnvoll umsetzen kann. Dennoch darf nicht vergessen wer den, dass Liechtenstein nur über eine begrenzte Fläche verfügt. Auf gerade einmal 160 Quadratkilometern leben über 40000 Menschen. Einen wichtigen Teil unserer hohen Lebensqualität lie fern uns die Natur, Kul turlandschaft und unsere Naherholungsgebiete. Aus diesem Grund müssen potenzielle Standorte einer besonders sorgfältigen Prüfung standhalten. Ein mögliches Windrad soll dort stehen, wo der Nutzen überzeugt, und nicht dort, wo es technisch möglich wäre, aber eine unnötige Belastung für Mensch, Landschaft und Biodiversität darstellt.
Für uns sind daher die Versorgungssicherheit und der Naturschutz untrennbar. Versorgungssicherheit soll nicht gegen Naturschutz aus ausgespielt werden. Wenn die sorgfältige Prüfung geeignete Standorte aufzeigt, sollten diese auch offen diskutiert werden. Wenn ein Standort jedoch mehr Nachteile mit sich bringt, als er Vorteile liefern kann, sollte man davon absehen, das Projekt weiterzuverfolgen. Die gesetzlich vorgeschriebene Strategische Umweltprüfung (SUP) schafft die Grundlage für eine sachliche Interessenabwägung und ermöglicht es der Bevölkerung, sich frühzeitig in die Diskussion einzubringen.
Gerade mit Blick auf die nächsten Generationen braucht es ein langfristig Denken. Einerseits braucht es eine sichere und nachhaltige Energieversorgung, andererseits aber auch Lösungen, die von der Bevölkerung mitgetragen werden und unserer einzigartigen Landschaft und Biodiversität nicht schaden.
Juni, Niklas Beck, Vorstandsmitglied der Jugendunion (VU