LIEWO-Frage der Woche: "Wie stehen Sie zum digitalen Zahlungsverkehr?"
Bargeld ist für viele mehr als nur ein Zahlungsmittel. Es steht für Unabhängigkeit, Anonymität und Selbstbestimmung. Die Schweizer Initiative «Bargeld ist Freiheit» trifft damit einen Nerv in einer zunehmend digitalen Welt.
Doch der Wandel im Zahlungsverkehr vollzieht sich vor allem durch individuelle Entscheidungen und veränderte Gewohnheiten und nicht durch staatlichen Druck. Digitale Zahlungen sind Teil unseres Alltags. Sie sind weder Bedrohung noch Heilsversprechen. Immer mehr Menschen greifen zur Karte oder zum Smartphone. Es ist bequem und schnell. Aber jede digitale Zahlung erzeugt Daten – und Daten sind längst zu einer wirt schaftlichen Ressource geworden. Umso wichtiger ist finanzielle Bildung, damit Menschen die Folgen ihrer Entscheidungen verstehen.
Im Karten- und Mobile-Payment-Markt dominieren wenige globale Konzerne, vor allem aus den USA. Ihre Marktmacht beruht auf starken Netzwerkeffekten, die bestehende Strukturen festigen und neue An bieter benachteiligen. Damit wird Bezahlen auch zur Frage der Unabhängigkeit. Wer kontrolliert die Infrastruktur, wer profitiert von den Daten? Twint zeigt, dass in der Schweiz heimische Lösungen möglich sind. Europa stärkt mit Echtzeitüberweisungen Alternativen, die auch an der Ladenkasse eine Ergänzung zu Kartensystemen werden können.
Am Ende geht es um Wahlfreiheit. Bargeld soll erhalten bleiben. Digitale Lösungen müssen transparent und sicher sein. Doch Verantwortung liegt nicht nur bei Politik und Unternehmen. Wer zahlt, entscheidet mit und ist damit seines eigenen Glückes Schmied.
22. Febraur 2026, Landtagsabgeordneter Sterfan Öhri