LIEWO-Frage der Woche: Wie stark muss sich Liechtenstein auf neue Bedrohungen einstellen?
Wir sind ein kleines Land, aber trotz allem ein Teil des Ganzen. Allein können wir nicht überleben – kein Land kann das. Aufgrund der Kleinheit und unserer Binnenlage sind wir auf eine starke und breit aufgestellte Vernetzung angewiesen. Liechtenstein ist Mitglied der Vereinten Nationen sowie des Europäischen Wirtschaftsraums. Wir sind zudem durch den Zollvertrag mit unserem Partner und Nachbarn Schweiz sowie durch über 40 Freihandelsabkommen mit Staaten rund um den Globus stark in die internationale politische und wirtschaftliche Vernetzung eingebunden. Als kleiner aber internationaler Player tragen wir Entscheidungen wie beispielswei se auch Sanktionen anderer mit. Insofern sind wir, wie die «Grossen» auch, angreifbar, wie der unlängst stattgefundene Cyberangriff bewiesen hat. Vor weiteren Anschlägen oder Sabotageakten auf kritische Infrastruktur wie Glasfaser- und Mobilfunknetz, Strommasten, Tankstellen, Strassen und Brücken oder der Versorgung von sauberem Trinkwasser sind leider auch wir nicht gefeit. Wir verfügen über keine eigene Armee. Insofern werden wir wohl als neutrales Land wahrgenommen, auch wenn dies weder in der Verfassung noch in internationalen Verträgen verankert ist. Naturereignisse stellen keine neuen, aber gefühlt zunehmende Bedrohungen dar. Und genau diese respektive deren unmittelbaren Folgen auf die Menschheit, die Tier- und Pflanzenwelt sind es, durch welche ich mich mehr bedroht fühle als Erstgenannte
Johannes Zimmermann Landtagsabgeordneter der Vaterländischen Union (VU)