LIEWO-Frage der Woche: Wie könnte man das System bezahlbarer gestalten?
Nach wie vor gilt, was die Regierung anlässlich der letzten grossen KVG-Reform 2015 festhielt: Die Hausarztmedizin ist der kostengünstigste Behandlungspfad.
70 Prozent aller Erkrankungen können vom Hausarzt behandelt werden. Managed- Care-Systeme sind heute bereits in vielen Ländern, auch in der Schweiz, wichtige Träger der Hausarztmedizin. Solche Systeme vernetzen Hausärzte, Versicherer und Versicherte. Alle profitieren davon: Versicherer durch höhere Kostensicherheit, Leistungserbringer durch die Entschädigung guter statt vieler Leistungen und Versicherte durch geringere Kosten, wenn sie Verantwortung übernehmen. Studien belegen, dass solche Modelle funktionieren, dass die Behandlungsqualität steigt und Kosten sinken können. Schon im Jahr 2021 hatten sich in der Schweiz weit über 70 Pro-zent aller Versicherten für ein solches Modell entschieden, was mitverantwortlich dafür sein dürfte, dass die jährlichen Gesundheitskosten in den Nachbarkantonen St. Gallen und Graubünden pro Person über 20 Pro- zent tiefer liegen als bei uns.
Grösster Hemmschuh zur Realisierung von Managed-Care- Systemen in Liechtenstein ist die 2004 eingeführte Bedarfsplanung in ihrer heutigen gesetzlichen Normierung. Es ist höchste Zeit, dass sich die Vertragspartner substanziell bemühen, diese den heutigen Erfordernissen der Gesundheitsversorgung anzupassen. Ansonsten muss es die Regierung oder der Gesetzgeber selbst in die Hand nehmen. Eine zeitgemässe Hausarztmedizin nahe bei den Menschen ist mit allen Mitteln zu stärken.
22. März 2026, Christoph Wenaweser, Landtagsabgeordneter der VU