LIEWO-Frage der Woche: "Wie kann man künftig solche Fehlanreize vermeiden?"
Wir investieren Millionen in den Schutz unserer Natur und schaffen gleichzeitig Anreize, die ihr schaden können. Das wirkt widersprüchlich und verpflichtet uns, genauer hinzuschauen, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden. Ein genauer Blick zeigt: Dieser Widerspruch hat seine Ursache oft in politischen Zielkonflikten. Subventionen verfolgen legitime Zwecke wie Energiesicherheit, Klimaschutz oder den Schutz vor Naturgefahren. So kann etwa die Förderung der Gebäudesanierung dem Klimaschutz dienen, bei falscher Ausgestaltung aber ökologische Nebenwirkungen haben. Auch die Förderung der inländischen Nahrungsmittelproduk tion ist gesellschaftlich gewollt, kann jedoch bei hohem Produktionsdruck negative Effekte auf Lebensräume mit sich bringen. Vor diesem Hintergrund ist eine differenzierte Betrachtung etscheidend. Nicht jede als problematisch identifizierte Subvention wirkt in der Praxis automatisch biodiversitätsschädigend. So zeigt sich etwa bei der Schutzwaldpflege, dass fachgerecht umgesetzte Massnahmen sowohl der Sicherheit als auch der Artenvielfalt dienen können. Um Zielkonflikte künftig gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte ein Grundsatz gelten: Kein neues Förderinstrument ohne vorgängige Prüfung seiner Auswirkungen auf die Biodiversität. Gleichzeitig darf die Realität in der Landwirtschaft nicht ausgeblendet werden. Viele Betriebe sind auf Direktzahlungen angewiesen. Biodiversitätspolitik darf deshalb nicht zu Einkommenseinbussen führen. Der richtige Weg ist nicht Kürzen, sondern Umlenken: weg von pauschalen Mengensignalen, hin zur fairen Abgeltung ökologischer Leistungen. Entscheidend ist nicht weniger, sondern bessere Förderung. Die Vaterländische Union hat früh eine Überprüfung schädlicher Fehlanreize gefordert, der Bericht liegt nun vor. Jetzt braucht es Massnahmen mit Augenmass statt ideologischer Schnellschüsse – sorgfältig geprüft und dort ansetzend, wo mit verhältnismässigen Anpassungen die grösste Wirkung erzielt werden kann.
04. Februar 2026, Roger Schädler, Landtagsabgeordneter der Vaterländischen Union (VU)