LIEWO-Frage der Woche: Wie kann die Politik den Defiziten entgegenwirken?
Die Rückmeldungen aus den Lehrbetrieben sollten wir ernst nehmen. Dabei geht es nicht nur um Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch Konzentration, Kommunikation und soziale Kompetenzen sind entscheidend für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufs leben. Die Rechtschreibkompetenz habe ich bereits in meiner Kleinen Anfrage vom 3. September 2025 thematisiert. Anlass waren unter anderem Hinweise einer Elternvereinigung, die sich seit mehreren Jahren mit dem Thema auseinander setzt. Die Antwort der Regierung zeigte: Daten sind vorhanden, gleichzeitig bestehen Lücken, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Schule und Berufsbildung. So lagen dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung damals keine entsprechenden Rückmeldungen von Branchenverbänden und Berufsfachschulen vor. Wenn nun auch Lehrbetriebe ähnliche Beobachtungen machen, sollten wir genauer hinschauen. Rückmeldungen aus Schule und Wirtschaft sollten systematisch zusammengeführt werden. Grundkompetenzen müssen während der gesamten Schulzeit konsequent vermittelt, geübt und überprüft werden. Gleichzeitig dürfen wir Bildung nicht auf messbare Leistungen reduzieren. Schule muss auch Raum schaffen für Selbstständigkeit, Ausdauer, Verantwortungsbewusst sein und den direkten Umgang mit einander. Ein Runder Tisch mit Schulen, Berufsbildung, Lehrbetrieben, Wirtschaftsverbänden und dem Elternverband könnte ein sinnvoller nächster Schritt sein. Gemeinsam sollte geklärt werden, wo Defizite bestehen, was die Daten zeigen und welche gezielten Massnahmen notwendig sind.
13. September 2026, Carmen Heeb-Kindle Landtagsabgeordnete der Vaterländischen Union (VU)