LIEWO-Frage der Woche: Pachtsystem: Ist es an der Zeit für eine Reform?
Diese Reform ist längst überfällig. Ich frage mich allerdings, weshalb jetzt eine Umfrage in Auftrag gegeben wurde. Der Agrarpolitische Bericht 2022 wurde vor vier Jahren im Landtag behandelt und enthält konkrete politische Massnahmen – inklusive finanzpolitischer Konsequenzen. Dass der hohe Pachtanteil zu administrativem und finanziellem Mehraufwand führt, ist seit Jahren bekannt.
Liechtensteins Bäuerinnen und Bauern betreiben eine bodenabhängige Landwirtschaft. Der Boden ist ihr wichtigster Produktionsfaktor – gleichzeitig aber eine endliche und in unserem Land besonders knappe Ressource. Ein Pachtlandanteil von über 95%, die starke Parzellierung sowie der fehlende Pächterschutz sind die prägenden Merkmale, wenn es um den Landwirtschaftsboden geht. Gerade deshalb ist Planungssicherheit zentral. Das gilt umso mehr, wenn ökologische Ziele, nachhaltiges Wirtschaften und Transformation hin zu mehr pflanzlichen Nahrungsmitteln im Fokus stehen. Die Gemeinde Schaan hat mit ihrer Pachtgemeinschaft aufgezeigt, wie man Pachtbedingungen nachhaltig verbessern kann.
Bedenklich ist, dass in den letzten vier Jahren keine Fortschritte erzielt wurden. Nun steht das Umweltministerium in der Pflicht, den neuen Agrarpolitischen Bericht vorzulegen - und muss eingestehen, dass die vorgesehenen Massnahmen nicht umgesetzt wurden.
Leider fand mein Vorschlag für ein jährliches Monitoring mit Erfolgskontrolle zum Agrarpolitischen Bericht kein Gehör. So ist das Thema Landwirtschaft fast vier Jahre weitgehend von der politischen Agenda verschwunden.
Es ist höchste Zeit, dass die Zuständigen hier ins Handeln kommen. Schöne Berichte bringen nichts, wenn man danach den erklärten Massnahmen keine Taten folgen lässt.
24. Mai 2026, Dagmar Bühler-Nigsch, Fraktionssprecherin der Vaterländischen Union (VU)