LIEWO-Frage der Woche: Hitze und Trockenheit: Wo besteht dringendster Handlungsbedarf?
Der dringendste Handlungsbedarf besteht für mich beim Schutz der Menschen. Besonders ältere und pflegebedürftige Personen sind bei grosser Hitze gefährdet. Gleichzeitig müssen unsere Schulen auch während längerer Hitzeperioden gute Lernbedingungen bieten. Wo Beschattung, Begrünung und baulicher Hitzeschutz nicht ausreichen, muss auch eine effiziente Klimatisierung möglich sein.
Ebenso zentral ist der Umgang mit Wasser. Trinkwasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen. Gleichzeitig brauchen unsere Bauern verlässliche Lösungen für die Bewässerung. Der vergangene Sommer hat gezeigt, wie schnell Trockenheit zum Problem wird. Anfang Juli mussten Wasserentnahmen für die Landwirtschaft aus mehreren Bächen eingeschränkt oder untersagt werden.
Das ist auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Wer unseren Selbstversorgungsgrad erhalten und die heimische Lebensmittelproduktion stärken will, muss der Landwirtschaft auch künftig verlässliche Produktionsgrundlagen bieten. Dazu gehört eine ressourcenschonende Bewässerung. Deshalb müssen wir Wasser vermehrt dann speichern, wenn genügend vorhanden ist, und später bedarfsgerecht nutzen. Genau diesen Ansatz verfolgen wir auch mit unserem Postulat zur Prüfung eines Mehrzweckspeichers in Malbun.
Auch unseren Schutzwald dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Hitze und Trockenheit setzen unseren Wald zunehmend unter Druck. Verjüngung, Artenvielfalt und widerstandsfähige Bestände werden deshalb noch wichtiger.
Diese Themen wurden bereits in der liechtensteinischen Anpassungsstrategie von 2018 erkannt. Die Handlungsfelder sind bekannt. Der Sommer 2026 hat den Handlungsdruck erhöht. Jetzt müssen den Erkenntnissen konkrete Massnahmen folgen.
27.09.2026 / Roger Schädler, Landtagsabgeordneter der VU