LIEWO-Frage der Woche: Braucht es zusätzliche Anreize für einen Umstieg?
Der Umstieg auf erneuerbare Wärme ist wichtig: für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern. Die Abstimmungen vom Januar 2024 haben klar gezeigt: Die Bevölkerung will im Gebäudebereich keine übermässigen Vorschriften, keine zusätzliche Bürokratie und keine hohen finanziellen Belastungen. Dieses Signal müssen wir ernst nehmen. Die aktuellen Zahlen zeigen aber, dass zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Im Jahr 2024 wurden 129 fossile Feuerungen erneut fossil ersetzt und sechs fossile Anlagen neu in Betrieb genommen. Insgesamt werden in Liechtenstein noch rund 70 Prozent aller Heizungen fossil betrieben. Diese Entwicklung genügt nicht, um die Ziele unserer Klima- und Energie strategie zu erreichen.
Diese Ziele halte ich für richtig: weniger Treibhausgasemissionen, ein tieferer Energieverbrauch, mehr erneuerbare Energien und langfristig mehr Versorgungssicherheit. Gerade im Gebäudebereich haben wir einen der grössten Hebel. Für mich ist klar: Wenn wir unsere Klima- und Energieziele erreichen wollen, müssen wir beim Ersatz alter Öl- und Gasheizungen deutlich schneller vorankommen – aber auf einem Weg, der von der Bevölkerung mitgetragen wird. Deshalb befürworte ich zusätzliche Anreize, wenn sie zielgerichtet und wirksam sind. Eine Abwrackprämie soll aber nicht dazu führen, dass funktionierende Heizungen ohne Not aus dem Keller gerissen werden, sondern den ohnehin anstehenden Ersatz alter fossiler Anlagen in Richtung erneuerbare Wärme lenken.
Wichtig erscheint mir zudem, dass wir mit der Elektrifizierung von Wärme und Mobilität gleichzeitig auch die inländische Stromproduktion ausbauen. Wer weniger fossile Energie importieren will, muss mehr erneuerbare Energie im Inland produzieren.
Juni 2026, Roger Schädler Landtagsabgeordneter der Vaterländischen Union (VU)