LIEWO-Frage der Woche: Braucht es explizite Verbote für Elterntaxis?
Was früher eine Ausnahme war, prägt heute das tägliche Bild vor vielen Schulen: Eltern taxis. Auch die Ortsbusse sind zunehmend mit Schülern gefüllt. Gerade in Balzers erscheint mir diese Entwick lung jedoch nur bedingt nach vollziehbar. Unsere Gemein de ist verkehrstechnisch überschaubar, und Kinder müssen nur selten eine stärker befahrene Strasse überqueren. Ironischer weise entsteht das grösste Risiko nicht durch den all gemeinen Verkehr, sondern durch die Vielzahl an Eltern fahrzeugen selbst. Besonders die Abladezonen vor der Schule sind unübersichtlich, und Kinder müssen sich oft zwi schen stehenden Autos hin durchmanövrieren. Natürlich sind Alltage hekti scher geworden. Eltern haben enge Zeitpläne, und Schulwege können je nach Kind wesent lich länger dauern. Doch genau hier lohnt es sich, den Blick auf das Wesentliche zu richten: Ein zu Fuss zurückgelegter Schul weg fördert soziale Kontakte, stärkt die Selbstständigkeit und unterstützt die körperliche Entwicklung. Nicht jede Begeg nung ist angenehm, aber gerade solche Erfahrungen tragen zur Persönlichkeitsbil dung bei. Wer Kinder täglich chauffiert, nimmt ihnen wichtige Lernmomente und die Chance, ihre Umwelt eigenständig zu entdecken. Ein generelles Verbot von Elterntaxis wäre wohl schwer durchzusetzen – zur Not wür den Kinder einfach wenige Meter vor der Schulzone aus geladen. Auch ein kontrollie render Gemeindepolizist wäre denkbar, wobei dieser Besseres zu tun hat. Entscheidend ist deshalb ein Umdenken: Eltern sollten erkennen, dass sie ihren Kindern langfristig keinen Gefallen tun, wenn sie ihnen jede Wegstrecke abnehmen. Sollte es in Balzers dennoch zu einer Abstimmung über ein Verbot kommen, würde ich persönlich dafür stimmen.
April 2026, Andras Good, Vorsitzender der Ortsgruppe der Vaterländischen Union (VU) Balzers