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20.09.2018 23:50:09
12. September 2018

Zukunftsorientiert statt grössenwahnsinnig


Eine Leserbriefschreiberin meinte kürzlich, Schaans Zentrumsgestaltung sei «grössenwahnsinnig». Vorsteher Daniel Hilti erklärte am Dienstagabend, warum es nicht so ist.

von Michael Winkler
 
Ideengeberin zum Titel des vierten Themas von VU am Puls war eine Frau, die öffentlich kritisierte, dass das Gebäude «Pöstle» in Schaan abgerissen wurde. In diesem Zug unterstellte sie auch der Gemeinde einen Hang zum Grössenwahn. Dabei wurden aber einige wichtige Details unterschlagen: Auch Daniel Hilti konnte der Gestalt des Gebäudes einiges abgewinnen, «aber erstens gehört das Gebäude nicht der Gemeinde, weshalb wir auf die Entscheidung des privaten Eigentümers keinen Einfluss hatten und zweitens war die Gebäudesubstanz nicht mehr so gut, wie einige vielleicht glauben wollen.» Die Dame, welche den Leserbrief schrieb, blieb leider der Veranstaltung fern. «Für uns als Gemeinde ist es wichtig, dass die Menschen sich informieren. Dabei helfen wir gerne», erklärt Hilti.

Zentrumsentwicklung und Grünflächen

Der Schaaner Vorsteher skizzierte für die Anwesenden die Strategie in der Zentrumsgestaltung. Es entstünden hier nicht 22 Meter hohe Häuser, weil der Grössenwahn grassiere, sondern weil man sich Gedanken über die Zukunft gemacht habe. In unseren Breitengraden gebe es nämlich in absehbarer Zeit den Prognosen zufolge drei Ballungszentren: Im Süden ist es der Grossraum Sargans, im Norden die Stadt Feldkirch und dazwischen das Dreigestirn Buchs-Schaan-Vaduz. «Da Schaan hier an einem Verkehrsknotenpunkt liegt, ergibt es deshalb auch Sinn, im Zentrum zu verdichten», erklärt Hilti.. Die Ausnützungsziffer könne in wenige Zentrumsbereichen von maximal 1,3 auf 1,5 bzw. 1.8 erhöht werden, wenn man im Gestaltungsplanverfahren der Gemeinde baut. Die Erhöhung muss aber in jedem Fall «erkauft» werden. Grosse Freude bereitet ihm, dass der Aufruf, wieder vermehrt im Zentrum zu wohnen, von der Bevölkerung erhöht werde.

Die Alternative zu diesem Vorgehen wäre ein wildes Bauen und die Zersiedelung in der Peripherie, was wieder zulasten der Naherholungsgebiete ginge. Am Beispiel «Össera Gamander» zeigte Daniel Hilti auf, dass die Gemeinde Bauzonen nicht erschliesst und Bauwerber in andere Gebiete abtauscht.. «Wer dort einen Bauplatz hat, kann tauschen, um Bauvorhaben umzusetzen. Aber dort Bauen geht vorerst nicht», erklärt der Vorsteher. «Damit machen wir uns nicht nur Freunde. Aber es ergibt Sinn.» Mit diesem Vorgehen erreicht die Gemeinde Schaan in sinnvolles Wachsen der Gemeinde von innen nach aussen, also vom Zentrum in die Peripherie. Nachdem das Konzept für die Zentrumsentwicklung steht, wird die Gemeinde das Augenmerk auf die Biotope und Grünflächen richten, damit die Naherholungsgebiete der Schaaner Bevölkerung aufgewertet werden können. Somit konnten sich die Gäste bei VU am Puls davon überzeugen, dass der von einigen verortete «Grössenwahn» nichts anderes ist als der Versuch, Zukunftsentwicklungen zu antizipieren und den Einwohnern weiterhin eine lebenswerte Gemeinde zu gewährleisten.


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